Case-Study: Batteriemodule
Mehr als 250.000 Batteriemodule umgepackt, damit die Linie laufen konnte
Projekt-Überblick
Im Hochlauf einer Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge läuft selten alles nach Plan.
In diesem Fall: Kurzfristige Adaptionen im Anlauf hatten dazu geführt, dass die ursprünglich geplanten Ladungsträger nicht mehr zum Produktionsprozess passten.
Zum Serienstart standen schlicht zu wenige passende Leergestelle für einen funktionierenden Kreislauf mit dem Modulhersteller zur Verfügung.
Die Herausforderung unseres Kunden
Die Batteriemodule kamen stattdessen fest verpackt in Kartonagen auf Europaletten per LKW an. In dieser Form konnten sie nicht zur Batteriemontage weitergegeben werden: Die hochautomatisierte Produktionslinie entnimmt die Module aus definierten Trägern, fügt sie mit weiteren Bauteilen zu Batteriepacks zusammen, schweißt, klebt, schraubt. Kartonagen sind in diesem Prozess nicht vorgesehen.
Der OEM brauchte eine belastbare Übergangslösung, bis passende Träger in ausreichender Menge verfügbar waren. Am Standort gab es dafür keine eigenen personellen Kapazitäten. EuroQ war über einen laufenden Vertrag für Quality-Support-Aktivitäten bereits vor Ort und wurde mit der Umpackaktion beauftragt.
Solution Story
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Prozess-Validierung
Zuerst musste der vom Kunden vorgeschlagene logistische Prozess validiert werden. Je 24 Batteriemodule waren in mehreren Ebenen stabil in Kartons verpackt und eingeschweißt, jedes Modul rund 30 kg schwer. Das Öffnen der Kartons, das Aus- und Umpacken, eine Sichtkontrolle auf bekannte äußerliche Beschädigungen, die Aussortierung von NOK-Teilen und die digitale Dokumentation der OK/NOK-Stückzahlen samt Fehlerbildern: Das war der Kernprozess. -
Organisation individueller Hebehilfen
Für das Handling der 30-kg-Batteriemodule brauchte es Hebehilfen. Die Umpackhalle stand bis kurz vor Projektstart nicht fest, deshalb konnten die Hallenkräne des Kunden nicht verbindlich eingeplant werden.
EuroQ setzte daher fünf eigene Portalkräne ein, die flexibel positioniert werden konnten. Unter jedem Kran arbeiteten zwei Mitarbeitende, die die Module aus den Kartonagen in die beim Kunden vorhandenen Ladungsträger umluden. -
ESD-Standards
Die Module waren zum Projektzeitpunkt eigenständig gekapselt, Pole abgedeckt, noch nicht zusammengeschaltet. Eine separate Arbeitsplatzerdung war daher nicht notwendig. ESD-Standards wurden eingehalten, für alle Mitarbeitenden war eine Hochvolt-Sensibilisierung (Stufe S/E) Voraussetzung. Das Handling war letztlich mit dem einer konventionellen 12-Volt-Batterie vergleichbar, die Empfindlichkeit der einzelnen Module aber eine andere: Trotz stabiler Kartonagen traten durch den Transport kleinere Beschädigungen auf. -
Definition von Fehlerbildern für die Qualitätskontrolle
Für die Qualitätskontrolle wurden sichtbare Transportschäden an den Modulen als konkrete Fehlerbilder definiert und allen Mitarbeitenden als Prüfvorgabe dokumentiert. Die Liste war nicht statisch: Traten im laufenden Betrieb neue Schadensmerkmale auf, wurde sie erweitert. So entstand über die Projektlaufzeit eine belastbare Fehlerbild-Bibliothek aus realen Befunden. -
Hochvolt-Sicherheit
Verdächtige Module wurden in Safetyboxen ausgelagert, das sind kompakte Löschcontainer für Batteriezellen, -Module und -Packs. -
Entsorgung
Die Verbundverpackungen mussten aufwendig und sortenrein entsorgt werden: Karton, Folien, Styroporeinleger, Papphülsen. Pro Schicht waren zwei Mitarbeitende ausschließlich für sortenreine Mülltrennung und Entsorgung zuständig. -
Digitale Dokumentation
Die Dokumentation lief direkt über die EuroQ App: Nach jeder Schicht erhielt der Kunde eine vollständige Übersicht der bearbeiteten Module und Paletten, OK/NOK-Zahlen sowie Beschädigungen aufgeschlüsselt nach einzelnen Schadensmerkmalen.
Ergebnisse
Über neun Monate wurden in bis zu drei Schichten mehr als 250.000 Batteriemodule umgepackt.
Je Schicht waren zehn Mitarbeitende plus Schichtleitung im Einsatz.
Rund 200 beschädigte Module wurden im gesamten Prozesszeitraum aussortiert. Das entspricht einem hervorragenden First Pass Yield von über 99%.
Der Hochlauf wurde nicht unterbrochen. Die Batterieproduktion lief durch.
Mittlerweile hat sich der Anlieferprozess eingespielt: Die Module kommen per Bahn in passenden Ladungsträgern an, der Kreislauf mit dem Modulhersteller funktioniert wie geplant. Die Umpackaktion konnte beendet werden.
Dieses Projekt ist ein Muster für Hersteller in der Batterie- und Automobilproduktion, die im Serienanlauf kurzfristig eine prozesssichere Übergangslösung für Umpackaktionen oder für die Qualitätskontrolle brauchen, ohne eigene Kapazitäten dafür aufzubauen.
Wenn Sie vor einer ähnlichen Herausforderung stehen, sprechen Sie uns an.
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