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02.02.2016

EuroQ aktiv beim Projekt QUASI 4.0

QUASI 4.0 – darin stecken die Begriffe Qualitätssicherung und Industrie 4.0. In der Praxis möchte das Berliner Innovationsforum „QUASI 4.0“ ein Softwaresystem zur optischen Qualitätskontrolle in der Massenproduktion entwickeln. EuroQ ist mit dabei und vertritt im Prozess den Part der Qualitätssicherer.

Die Idee bei QUASI 4.0 ist eine enge Kooperation von Mensch und Maschine. Denn sowohl die rein menschliche als auch die rein automatisierte Qualitätskontrolle stoßen an ihre Grenzen. Zukünftig soll die neue Software idealerweise von einem kompetenten Prüfer angelernt werden, und die Prüfung anhand von wachsenden Datensätzen bzgl. OK/NOK erleichtern.

Peter Jokiel, Technischer Leiter der EuroQ, vertritt die EuroQ bei QUASI 4.0 und gibt uns hier einen Einblick in das Projekt und darüber, was die EuroQ sich davon verspricht.

Herr Jokiel, wie genau funktioniert diese Art der Qualitätskontrolle?

Durch visuelle Prüfung und Kameraaufnahmen lernt die Software die Grenzen zwischen OK-Teilen und NOK-Teilen immer besser kennen. Alles, was vom Idealbild oder noch erlaubten „Fehlern“ abweicht, wird selektiert und als NOK-Teil aussortiert. Der Prüfer entscheidet, ob die Abweichung noch im Rahmen ist oder nicht und spielt diese Information an die Software zurück. So verbessert sich die künstliche Intelligenz des Systems fortwährend und assistiert dem Prüfer auch bei kleinsten, für das menschliche Auge kaum sichtbaren Fehlern. Als NOK aussortierte Teile, die der Prüfer jedoch in einer weiteren Prüfung als OK bewertet, werden der laufenden Produktion wieder zugeführt.

Gibt es ähnliche Systeme schon in der Praxis?

Ähnliche Systeme gibt es bereits in der Lebensmittelbranche. Und auch Kleinteile für die Automobilindustrie durchlaufen heute oft schon visuelle Kamerakontrollen. QUASI 4.0 soll diese Kamerakontrollen weiterentwickeln und auch bei großen Teilen Lösungen bringen. Beispielsweise bei Blechoberflächen im Karosseriebau (Erkennung von Einschnürungen, Anzeigen und Rissen durch die Umformung), bei Produkten aus Gummi oder auch mit haptisch angepassten Oberflächen. Dort ist die digitale Bilderfassung besonders schwierig, denn dort müssen zur Fehlererkennung unterschiedliche Blickwinkel und Lichteinflüsse berücksichtigt werden.

Welche Kompetenz bringt die EuroQ in dieses Projekt ein?

Speziell im Rohbau und in der Oberflächenprüfung hat die EuroQ in den letzten Jahren eine große Kompetenz aufgebaut. Ca. 70 Spezialisten unserer Niederlassungen Rastatt, Hannover und Bremen arbeiten vor Ort für unterschiedliche Kunden. Dort führen wir nicht nur die Prüfung, sondern auch direkt die Nacharbeiten an den Teilen durch. Dass unsere Kompetenz in der Branche anerkannt wird, sehen wir an der steigenden Anzahl der Aufträge für den Rohbau,  insofern sind wir ein idealer Partner für ein solches Innovationsprojekt.

Könnten durch die Umsetzung eines solchen Systems nicht auch Arbeitsplätze wegfallen?

Ja und nein. In erster Linie sehen wir darin eine Chance, unsere Leistungen zu schärfen. Das Ziel für uns alle liegt doch darin, Mängel zu reduzieren und das Endprodukt Automobil zu verbessern. Wenn uns Maschinen dabei helfen, umso besser. Der Faktor Mensch wird auch bei Einführung eines solchen Systems nie ganz überflüssig werden, denn die automatisierte Oberflächenkontrolle wird weiterhin durch Mitarbeiter bedient werden. Auch als NOK aussortierte Teile müssen immer wieder von Prüfern bewertet werden. 

Warum hat sich die EuroQ entschieden bei einem solchen Projekt mitzuwirken?

Die EuroQ ist ja jetzt schon bekannt für den innovativen Einsatz von IT und für umfangreiche Datenerfassung: sei es mit unseren Scannertools, den Pumas fürs Flashen oder auch mit dem Einsatz von Tablets beim Kunden, auf denen wir Prüf- und Nacharbeits-Beschreibungen mit allem was dazu gehört erfassen, den Kunden direkt unterschreiben lassen und ins IT-System hochladen. Das spart uns Zeit im täglichen Ablauf und schont damit die Budgets.

Zudem arbeiten wir ständig und sehr gezielt an unserem Leistungsportfolio, indem wir dem  Bedarf unserer Kunden mit möglichst innovativen Leistungsansätzen begegnen. QUASI 4.0 birgt vielmehr eine neue Möglichkeit, uns als bester Problemlöser zu positionieren. Und wer weiß, vielleicht bringen wir uns bei unseren Kunden bald mit den Ergebnissen aus QUASI 4.0 in Verbindung mit einer neuen Dienstleistung ins Gespräch. 

Mehr Informationen über dieses innovative Projekt erfahren Sie hier.